Die Geschichte der Religionskritik ist so alt wie die Religion selbst. Im Westen stand sie jahrhundertelang im Spannungsfeld von theologisch-spiritueller Wahrheitssuche einerseits und dem Kampf gegen auch weltlich begründete Machtansprüche der Kirchen andererseits im Zusammenhang mit der Deutungshoheit des Glaubens und seiner institutionellen Vertreter. Sie ist eine Initialzündung in der Entwicklung und Ausbildung der säkular orientierten Rechtsstaaten in den westlichen Demokratien, die heute nicht nur menschliche Grundrechte garantieren, die vor und über der Religion stehen, sondern deren Plädoyer für die Vielfalt und Selbstbestimmung der Lebensformen, Weltanschauungen und Meinungen sowie die damit einhergehende Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit die Kritik an der Religion und an jedwedem Anspruch auf religiös begründete Wertesysteme, sofern sie mit den Grundrechten kollidieren, geradezu zur staatsbürgerlichen Pflicht macht. Ausgehend von aktuellen Debatten, Ereignissen und Entwicklungen, soll ein historischer Bogen geschlagen werden: von antiken Denkern wie Demokrit und Epikur über die "Ketzergeschichten" des Mittelalters rund um das geozentrische Weltbild, über die Reformationszeit und ihre Forderungen, die deutsche und die französische Aufklärung, das 19. und 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart, von atheistischen Positionen über Naturrechtsdebatten und das Konzept einer universellen Vernunftreligion über die Psychoanalyse und den Marxismus, Fragen der Wissenschaftsethik bis hin zur Systemkritik und der Forderung nach einem konsequenteren Säkularismus.
Gebühr: 70,00 € inkl. Kaffee/Tee mit Brezel und Teilchen (nicht rabattierbar) (gültig ab 10 Teilnehmenden) Gebühr: 87,00 € inkl. Kaffee/Tee mit Brezel und Teilchen (nicht rabattierbar) (gültig von 8 bis 9 Teilnehmenden) Gebühr: 140,00 € inkl. Kaffee/Tee mit Brezel und Teilchen (nicht rabattierbar) (gültig bis 7 Teilnehmende)